bürgerliche existenz #2

beitrag über »mozartperformance« u.ä. auf arte, dem sender für kultivierte. menschen in müllsäcken (gefertigt aus schwarzplastik, vermutlich ausführung extra stark) gehen umher, nackte personen würgen und versuchen sich an kotzgesten, bei denen keine sekrete fließen (der zwiebeltrick funktioniert da ja leider nicht), zahlreiche individuen besudeln sich und einander mit fleischwaren. fühle mich ungeheuer provoziert. was das den steuerzahler wieder kostet.

(blödsinn. in wahrheit denke ich mir: jedem tierchen sein pläsierchen, jedem kirchenschiff sein kunstbegriff. denn das bürgertum ist ganz tolerant.)

heimkino

habe gerade bemerkt, dass ich mittlerweile seit drei stunden auf einem klappstuhl sitze und die wand angucke. immerhin aber ist an der wand rauhfasertapete dran, deswegen mache ich mir noch keine sorgen.

ohrhaare

manchmal ist mir so langweilig, dass ich wünschte, ich hätte ganz lange und drahtige ohrhaare. dann könnte ich hier sitzen und versuchen, die mit den fingern auszurupfen. die, die ich auf diese weise nicht erwische, entferne ich dann vor dem spiegel mit einer pinzette. solch eine bewegung kann mich ganz und gar gefangen nehmen. dabei gäbe es wahrlich genug zu erleben, ich bin nur nicht bereit, mich darauf einzulassen. stattdessen zupfe ich lieber weiter meine imaginären ohrhaare.

wie viele luftballons…

…braucht man wohl, um den wildecker herzbuben mit dem bart fliegen zu lassen?

es sind 3800 gasgefüllte ballons, wie uns der jörg pilawa gerade in der sendung »deutschlands größte Hits« verraten hat. man könnte die Sendung wohl auch »deutschlands langweiligste mitteilungen« nennen; und hier schließt sich der ring.