abgeschmackte wettermetaphorik

schwüle sommerhitze deutet sexuelle spannung an. ein wind zieht auf und trägt einen konflikt mit sich, der sich zu einem sturm auswächst. falls wir uns am meer befinden, schlagen die wellen bedenklich hoch. ein platzregen kühlt das mütchen. jetzt bin ich klatschnass und emotional frustriert, deswegen wird mir kalt. zum glück folgt auf regen wieder sonnenschein, zarte frühlingsblüten illustrieren eine aufkeimende neue liebe. ganz plakativ wird einem nun warm ums herz. diesmal geht es glatt, denn unsere erste begegnung fand auf einer grünen wiese statt. wir altern gemeinsam. natürlich im herbst, wenn die blätter fallen.

nächtliche groteske

unseren traktor hatten wir direkt vor dem klementinum geparkt; groß und grün war er, und wir saßen mindestens zu zehnt darauf und scherzten. der hof um uns herum war bedeckt von tiefrotem weinlaub, es hatte ungefähr die farbe von korrekturtinte; und eigentlich hätten wir es aufkehren sollen, die unmengen an losen blättern aufschlichten zu vielen kleinen roten tintenhügeln. aber wir waren jung und pausierten lieber, rauchten gemeinsam die ein oder andere heimliche zigarette, bis schließlich der feueralarm den ernst der lage und damit die katastrophe auslöste. in alle richtungen stoben wir auseinander, rannten gehetzt aus dem dorf, neben mir lief hans, der stets lederne kleidung trug, wir eilten durch die straßen; und als wir am anschlagbrett des dorfes vorbeihasteten, an dem das veröffentlicht wurde, was man damals für wichtige mitteilungen hielt, fiel es mir wieder ein. das war kein echter feueralarm. es war nur ein probealarm, auf den wir während der wirren der tintenweinlese vergessen hatten. obwohl für mich durch meine erinnerung nun keine direkte gefahr mehr bestand, wurde ich weiter von den flüchtenden menschen durch die engen gassen der altstadt getrieben, sie zogen mich mit sich, treppauf, treppab; und während ich nun in windeseile eine verwinkelte treppe des architektonisch komplizierten kathedralenhofs hinabstieg, erblickte ich einen blonden mann. sein pferdeschwanz hüpfte jede treppenstufe mit, er war in einen feingesponnenen rokokomantel gekleidet und führte an einem dünnen lederband eine verhärmte menschliche katze. die menschliche katze war mindestens siebzig jahre alt, ihr kleiner frauenkopf war zu einer hässlichen schnauze verwachsen, und sie ging auf einem arm, einem bein, ihrem rattenschwanz und einer doppelten krücke. ihr zweites bein benutzte sie als greifschwanz, ihren zweiten arm, der zu lang gewachsen war, bildete einen greifrüssel. während ich immer noch weiterrannte, konnte ich meinen blick nicht von der erbärmlichen kreatur lassen, was schließlich auch hans bemerkte. er erklärte mir, dass die zucht menschlicher tiere eine art freizeitbelustigung der hiesigen oberschicht darstellte, die umständlichen missbildungen seien erwünscht, die katze müsse auf einer krücke gehen, denn eine menschliche katze ohne greifrüssel sei praktisch wertlos, und die vertauschung von bein und schwanz sei ein besonderer kniff, den nur besonders reiche, alteingesessene adelsfamilien beherrschten. obwohl auch er von diesem hobby abgestoßen war, schien es mir, als könne er eine gewisse begeisterung nur schwer verbergen. und während ich die glitzerndern funken der faszination beobachtete, die aus hans‹; rede in die luft blitzten, erschien mir der blonde mann immer mehr als der inbegriff des bösen. als ich endlich am fuß der treppe angelangt war, eilte ich auf kürzestem weg in mein studierzimmer unter der burg. dort wälzte ich nächtelang bücher. durch eine glückliche fügung hatte ich vor längerer zeit einmal einen geheimgang entdeckt, der mich direkt in die palastbibliothek führte, so dass ich uneingeschränkten zugriff auf alle papierernen schätze des reiches hatte. natürlich war mir das eigentlich nicht gestattet, denn ich war kein mitglied einer der herrschenden familien. schlimmer noch, ich hatte in meinem traumland gar keine näheren angehörigen, nur einen mentoren, und auch diesen hatte ich noch nie gesehen. er verständigte sich mit mir nur durch botschaften und hatte die fäden meines schicksals schon einige male im richtigen moment gezogen, so dass sie wieder in die richtigen schlaufen und maschen fanden. nur einmal hatte ich seine mutter in einer zwielichtigen kneipe getroffen. sie war eine bekannte trinkerin, und unbedarft wie ich war, hatte ich sie auf ein glas weißwein eingeladen, was dazu geführt hatte, dass ich mit einer rechnung von über hundert euro in einem lokal saß, das ich mit etwas mehr erfahrung nie freiwillig betreten hätte. meinem mentoren aber gelang es durch geschicktes taktieren, mich auszulösen und die rechnung so zu verändern, dass ich am ende noch etwas geld herausbekam. bei meinen nächtlichen besuchen in der bibliothek aber durfte ich mich nicht erwischen lassen, denn das wort meines mentoren schien zwar einiges an gewicht zu haben, ob es aber ausreichte, um mich vor dem zorn des herrschenden hauses zu retten, war mir nicht klar, und auf einen versuch ließ ich es lieber nicht ankommen. nur in meinem geheimen studierzimmer war ich vollkommen sicher, denn das existierte nur in meiner persönlichen traumwelt, niemand sonst außer mir hatte kenntnis davon. durch diese widrigkeiten wurden meine studien sehr erschwert, und es kostete mich unzählige nächte, all die informationen zu besorgen, die für mein vorhaben nötig waren. diverse male war ich gezwungen, meine lektüre zu unterbrechen, da ich draußen vor der tür die schritte der palastwache hörte; stiefelabsätze, die so laut auf dem boden trommelten, als wollten sie dämonen beschwören. stiefelspitzen, die über den boden scharrten, so laut wie ein ganzer stall voll hühner, aufgeregt, weil sie zum schlachtstein geführt werden sollten, wo das silbermesser des alchemisten sie erwartete (tatsächlich war ich der einzige alchemist meiner zeit, der erkannt hatte, dass sich frisches hühnerblut durch den pflanzlichen sud des hahnenfuß ersetzen ließ, ja, dass man damit sogar oftmals bessere resultate erzielte. oder vielleicht war ich der einzige, der das erkennen wollte; ich hatte mehr als einem kollegen in vertraulichen gesprächen von meinen forschungsergebnissen berichtet, dass ich mich als erntehelfer verdingen musste, kam nicht von ungefähr). stiefelschäfte, die knirschten und quietschen wie brechende knochen und verdrehte sehnen. einmal sogar erschreckten mich diese geräusche so sehr, dass ich mein tintenfläschchen umwarf, und die verschüttete flüssigkeit eine lange übersetzung aus dem koptischen völlig unbrauchbar machte. als ich endlich in vielen kleinen schritten und quälend kurzen nächten aus zahlreichen büchern alles zusammengerafft hatte, was ich für meine arbeit brauchte, machte ich mich daran, meine hastig dahingekritzelten notizen im studierzimmer zu ordnen und verschiedene formeln zu entwerfen, mit deren hilfe es möglich sein sollte, einen tiermenschen in seine ursprüngliche form zurückzuverwandeln. die erste arbeitsphase bestand nur aus dem festlegen der basiszutaten und einigen daraus folgenden berechnungen. als grundlage wollte ich einen leichten salbeisud verwenden. für eine wandlungsformel war das zwar eher ungewöhnlich, aber bei rothenfels, den ich wegen seiner grundlegenden erkenntnisse über die verarbeitung der kupfernen weidenrinde hoch schätzte, hatte ich einen hinweis auf eine altägyptische schrift über hautwandlung gefunden. obwohl diese als verschollen galt, entdeckte ich in der palastbibliothek eine kopie, die wohl vor knapp zweihundert jahren von ossip angefertigt worden war. die übersetzung kostete mich eine komplette woche, das studium der abschrift eine weitere, führte mich aber zu einsichten, die ich so nie für möglich gehalten hätte. es schien, als wäre es möglich, den anwendungsbereich des salbeisudes durch hinzufügen weiterer komponenten zu erweitern, als wäre es möglich, den fragilen sud, von dem es eigentlich hieß, jede weitere zutat verdürbe ihn, durch ein pulver zu stabilisieren. leider machte ossip nur ungenaue angaben über die genaue beschaffenheit des pulvers. ob das original lückenhaft war oder ossip sich der gefahr, die die abschrift des vollständigen rezeptes für ihn bedeutet hätte, nicht aussetzen wollte, vermochte ich nicht zu bestimmen. ihm zufolge sollte es sich um ein weißes pulver handeln, durch geschicktes kombinieren mit den ausführungen rothenfels‹ konnte ich immerhin ausmachen, dass die substanz eine neutrale spannung aufweisen musste. der tatsache, dass zumindest ossip vor einer exakten bennenung zurückschreckte, war für mich ein versteckter hinweis auf weißes gold, kein anderer stoff war so gefährlich für einen forscher seines ranges, um diese lücke zu rechtfertigen. dank rothenfels konnte ich zumindest silber und elfenbein ausschließen, da diese eine positive spannung aufwiesen. meine berechnungen, die unter anderem auch salz ausschlossen, da von diesem eine zu große menge nötig gewesen wäre, die schließlich die ätherische wirkung des salbeis neutralisiert und damit den trank ruiniert hätte, ließen nur noch zwei möglichkeiten offen, nämlich pulverisierten marmor und kreide.

von den plattmühlen

ich weiß jetzt, dass auch seriöse autoren sätze im fantasy-stil schreiben, also auf seite eins gleich mal ohne erklärung diverse figuren und orte mit adelstiteln und fremdländisch klingenden namen einführen. zum beispiel so: »an einem schönen frühlingsabend kam der junge spanische graf von cesara mit seinen begleitern schoppe und dian nach sesto, um den anderen morgen nach der borromäischen insel isola bella im lago maggiore überzufahren.« recht gelungen finde ich auch diesen satz: »diese zweifache glut hob den malerischen heros zur gestalt eines römischen musengottes empor.«
wer schoppe und dian sind, wird aber kurz darauf erklärt. schoppe ist »die rändelmaschine und der prägstock, der [den jungen grafen] münzt, der glättzahn und die plattmühle, die ihn bohnt, der mann, der ihn regelt«; dian ist »ein grieche von geburt und ein künstler«. außerdem erfahren, was whistonsche kometenkarten und wilkesche magnetische neigungskarten sind, außerdem, dass der bischof von novara einen degen führt.

l´art poor l´art

ich gründe aus langeweile ab und an gerne zeitlich befristete kunstprojekte, die auch wahnsinnig viel aussagen. ungefähr so, wie die überschrift hier.
das letzte mal war ich musikproduzentin und habe unter dem namen foxi thorhammer mit lmms äußerst tanzbare discobeats kreiert und diese dann mit selbstkomponierter zwölftonmusik unterlegt, damit sich das niemand mehr freiwillig anhört. eine einzigartige symbiose aus schöpfung und zerstörung. und so dialektisch, dass hegel neidisch wäre. ich wollte damit irgendwas kritisieren, vermutlich die gesellschaft oder so.

diesmal bin ich performänzkünstler und lese stimmungsvolle gedichte von brentano über liebe, weltschmerz und todessehnsucht, zwischen deren zeilen ich kleine rap-pöbeleien über frauen und geschlechtsteile einfüge. nun bin ich mir nicht sicher, ob ich damit brentano verspotten oder den trivialen romantikbegriff oder geschlechterrollen kritisieren will, die sache ist auf jeden fall höchst bedeutsam.

und alles fügte sich zum guten

heute hatte in der eile vergessen, meinen heftchenroman zur arbeit mitzunehmen und musste daher den ganzen tag darben bzw. zeitung lesen und sorgenvoll an die zukunft derer auf schloss frodewart und ihrer zahlreichen nachbarn denken.
jetzt endlich bin ich zuhause und schon sehr darauf gespannt, wie graf eginhard sich aus dem schlamassel mit dem schuldschein herauslavieren wird, in das ihn sein nichtsnutziger bruder waldemar hineinbugsiert hat. ob sein sohn eggo ilsabe, die tochter der gontards, heiraten wird? kann der fesche bursche sich dem feuer der koketten diplomatentochter imogen entziehen? und was geschieht mit imogens pensionatsfreundin, dem firlefanz gilda vom nachbarsgut? wird das schicksal auch hanno, dem sohn des landschaftsrats, und dettmer, dem sohn der lennerts auf trossen, eine frau zugeleiten? und findet vielleicht sogar die baronin von husing ein spätes glück?
ich werde wohl gleich mal vorsorglich den telefonstecker ziehen und mich in die lektüre stürzen.

sturmgewehrpoesie

krieg und dichtung sind bekanntlich zwei dinge, die dem deutschen im blute liegen. die sturmgewehrpoesie versteht beides auf jugendlich-freche und dennoch charmante art und weise zu verbinden. aber überzeugen sie sich selbst:

ich habe eine leidenschaft
die gibt mir stetig frische kraft
mein engel, wie ich dich verehr‹
mein hochgeschätztes sturmgewehr!

wie gern wär‹ ich ein terrorist
vor dem man die weiße flagge hisst
ein schrecken für den flugverkehr
wär ich mit meinem sturmgewehr

poes gedicht über den raben
ich versteh nicht, was sie damit haben
denn er ruft ja nimmermehr
gut wär’s, rief er sturmgewehr

mein freund ist mit mir grantig
meint, mir fehle die romantik
denn ich denke beim geschlechtsverkehr
immer nur ans sturmgewehr

mich reizt nicht gold, nicht geld, nicht tand
nur eins wünsch ich mir in die hand
nur eines, das ich wild begehr‹
ein wunderbares sturmgewehr

ich möchte gern die welt regier‹n
ganz viele leute massakrier‹n
und keiner leistet gegenwehr
denn ich hab ja das sturmgewehr

ich find es gar nicht so verkehrt
dass jede frau mich heiß begehrt
bin ja ein recke, fesch und hehr
so sexy mit dem sturmgewehr

pretty passion

habe eine kleine hausaufgabe über die leidenschaft erledigt und präsentiere nun einen teil meiner mannigfaltigen erkenntnisse.

- leidenschaft beruht auf einer sinnlichen begierde.
(die fünf menschlichen sinne nach aristoteles sind sehsinn, geruchssinn, geschmackssinn, tastsinn, gehör. darüberhinaus als sinne bezeichnet werden der gleichgewichtssinn, das schmerzempfinden, temperatursinn und körpergefühl. als sechster beziehungsweise siebter sinn wird das übernatürliche wahrnehmungsvermögen bezeichnet, welches wissenschaftlich nicht bewiesen ist. die frage nach dem sinn des lebens nicht beantworten zu können, ist ein zuweilen angeführter grund für selbsttötung. das wort sinn wird auch als synonym für das wort zweck gebraucht. begierde ist stark sexuell konnotiert. in den zehn geboten heißt es: du sollst nicht begehren deines nächsten weib, esel, haus etcetera etcetera.)
- es gibt einen film namens »ritter aus leidenschaft«
(eher lustig denn leidenschaftlich, aber chaucer tritt auf. englische literatur wird historisch in literatur vor chaucer und literatur nach chaucer eingeteilt. chaucer ist verfasser der canterbury tales.)
- ein sehr leidenschaftliches buch ist penthesilea von heinrich von kleist.
(penthesilea und achilles begehren einander sinnlich, wollen sich aber erst einander hingeben, nachdem sie den anderen besiegt haben. natürlich geht das schief, und zwar gewaltig, denn penthesilea frisst achilles auf und tötet sich selbst. zwischendurch wird über rosen und rosenfeste gesprochen. um das stück originalgetreu aufzuführen, braucht man einen elefanten.)
- dr. quinn ist ärztin aus leidenschaft.
(sie ist eine frau, was die bewohner des dorfes, in welchem sie praktiziert, doof finden, aber immerhin rettet sie einen indianer und dann wird doch alles gut. die serie wird oft auf kabel1 im umfeld von unserer kleinen farm und bonanza ausgestrahlt.)
- die farbe der leidenschaft ist rot.
(rot steht auch für blut, die spd, feuer, achtung gefahr, liebe, aktivität, stierkampf, aggression und revolution. rot hat eine wellenlänge von 625 bis 740 nanometer. man errötet aus scham, in der katholischen kirche tragen priester am palmsonntag, karfreitag, zu pfingsten und bei märtyrergottesdiensten eine rote stola.)
- es gibt einen klospruch über leidenschaft, die leiden schafft.
(klosprüche werden zumeist an die innenwände einer toilettenkabine gekritzelt. die mehrheit der verfasser wählt dafür einen schwarzen stift, einige schreiben mit kugelschreiber. der genannte spruch geht auf schleiermacher zurück, der schrieb: eifersucht ist eine leidenschaft, die mit eifer sucht, was leiden schafft. schleiermacher war protestantischer theologe, hermeneutiker und verkehrte im berliner salon von henriette herz.)
- das wort leidenschaft geht oft hand in hand mit den worten lust und liebe.
(platon unterscheidet zwischen eros, der sinnlichen liebe, philia, der freundesliebe und agape, der nächstenliebe. von seinen ausführungen herrührend kennt man auch den begriff der platonischen liebe. für die philosophischen schriften j.s. mills ist das lustprinzip von zentraler bedeutung, da sich an ihm die nützlichkeit einer handlung misst. seine hauptwerke sind on liberty und utilitarianism.
- das wort leidenschaft beginnt mit dem buchstaben L.
(L ist ein liquid. im tschechischen kann er silbenbildend sein und somit einen vokal ersetzen, ebenso auch R. auf österreichischen nummernschildern ist L das ortskennzeichen für die stadt linz. L entspricht dem griechischen lambda, welches als minuskel aussieht wie ein hebräisches gimel und dem hebräischen lamed. als römische ziffer trägt L die bedeutung 50.)
- es gibt einen sexratgeber mit dem titel »die perfekte leidenschaft«
(darüberhinaus existiert ratgeberliteratur zu den themen geld, recht, garten, partnerschaft, beruf, gesundheit, psychologie usw usf. sex ist ein überbegriff für diverse sexuelle praktiken. diese dienen der fortpflanzung, aber auch dem lustgewinn eines beteiligten oder derer zwei, drei, vielen. lustgewinn durch scheiße nennt man koprophilie, scheiße bezieht sich hierbei auf ausscheidungen und hat keine kulturkritische bedeutung.)
- leidenschaft ist ein element der dreieckstheorie der liebe (nach r. sternberg)
(die anderen beiden bestandteile sind intimität und verbindlichkeit. leidenschaft bedeutet hier die erregung dem partner gegenüber. liebe, der die leidenschaft fehlt, die also nur aus intimität und verbindlichkeit besteht, wird hier kameradschaftliche liebe genannt. die kombination aus intimität und leidenschaft romantische liebe, das zusammentreffen von leidenschaft und verbindlichkeit einfältige liebe. der glückliche fall der bejahung aller drei elemente wird als vollzogene liebe bezeichnet. die drei bestandteile werden empirisch durch fragen wie »ich erwarte, dass meine liebe für hierbittenameneinsetzen ein leben lang anhält« ermittelt.)
- leidenschaft wird als antonym zu vernunft betrachtet
(schlagworte zu vernunft: rechtes maß, kategorischer imperativ, kritik der praktischen vernunft, positivismuskritik und so weiter und so fort.)

straßenbahntheater

starring: asikind 1, asikind 2, asikind 3

asikind 1: ihr scheiß deutschen, ihr habt zwei kriege verloren!
asikind 2: ey aber wir hatten polen und frankreich!
asikind 1: aber die amerikaner haben euch plattgemacht.
asikind 2: aber wir hatten frankreich.
asikind 1: im dritten weltkrieg habt ihr voll verloren.
asikind 2: dritter weltkrieg? wir reden über den zweiten weltkrieg! wir reden über hitler, mann!
asikind 1: mein land hat noch keinen krieg verloren. wir haben gegen serbien gewonnen und kroatien hat aufgehört.
asikind 2: aber wir haben zehntausend leute an einem tag erschossen!
asikind 1: egal, wir haben ein ganzes land kaputtgemacht!
asikind 2: überlegt
asikind 1: letztens war in der straßenbahn auch so ein deutscher wie du. da hab ich so gemacht. nimmt den kopf von asikind 3 und knallt ihn gegen die scheibe nur ein bisschen stärker, die scheibe war fast kaputt.
asikind 2: egal, ihr seid keine gymnasiasten.