genitivhäufung

genitive in der trivialliteratur! insbesondere im genre der zeitreiseromanzen, welches sich großer beliebtheit erfreut. eine tatsache, die mir allzu verständlich erscheint, denn schließlich wollen alle frauen mal mit einem achthundert jahre alten schotten ins bett. wirklich alle. ausnahmslos.*
es gibt keine andere erklärung für titel wie diese:
der ring des highlanders, der traum des highlanders, in dem armen des highlanders, das vermächtnis des highlanders, die liebe des highlanders, mit der liebe eines highlanders, das geheimnis des highlanders, die ehre des highlanders, die list des highlanders, das herz des highlanders, das herz eines highlanders, im bann des highlanders, im zauber des highlanders, der zorn des highlanders, der schatz des highlanders, die verlockung des highlanders, das erbe des highlanders, die braut des highlanders, die treue des highlanders, die rache des highlanders, die maske des highlanders, der kuss des highlanders, der geist des highlanders, die rückkehr des highlanders, die heimkehr des highlanders, unter dem schutz des highlanders, das schwert des highlanders, das schicksal des highlanders, die geliebte des highlanders, die tochter des highlanders, die sehnsucht des highlanders, die spur des highlanders, die gefangene des highlanders, der fürst des highlanders und die schwester des highlanders.
bisher dachte ich ja, es könne nur einen geben, aber dem ist offensichtlich nicht so. berücksichtigt man daneben noch herren, die beschrieben werden als
der schwarze highlander, der unsterbliche highlander, der dunkle highlander, highlander meines herzens (welch gefinkelter genitiv!), mein ungezähmter highlander, der widerspenstige highlander, der geheimnisvolle highlander, geliebter highlander, ein highlander auf samtpfoten (es gibt wohl nichts, aus dem man kein katzenbuch machen kann), der stolze highlander,
so wird man feststellen, dass es mindestens fünfundvierzig geben muss. fünfundvierzig mehrhundertjährige schotten, zu denen man sagen kann:
küss mich, highlander,
und nach deren kuss man eventuell dann diesen rat erteilt:
küss niemals einen highlander.
übrigens habe ich keine derartigen bücher über lowlander entdeckt, ebenso keine texte zur alphabetisierungskritik.

* unbequeme wahrheiten müssen niedergeschrieben werden. dafür werde ich mich nicht entschuldigen. außer vielleicht bei meiner mutter.

aus dem nähkästchen

beziehungsweise aus dem geheimforum der liturgiefarbenkritikerszene, das keineswegs ein nähkästchen ist, denn es heißt ja »liturgiefarbenkritikerszene« und nicht »liturgiefarbenkritikerszene und stolanähkreis«, wobei denjenigen, die die liturgiefarbenkritikerszene nun als destruktive nörgler herabsetzen wollen, gesagt sein soll, dass hegel angeblich mal irgendwo geschrieben hat, er müsse kein schuster sein, um herauszufinden, ob ihm ein schuh passe.
aber nun soll endlich frisch herausgeplaudert werden, was sich aktuell in der liturgiefarbenkritikerszene zuträgt.

ich so zum thema grün:
»spätestens seit den fünfzigern nicht mehr tragbar (vgl. lodenmäntel).«

fünf monate später, d. so zum selben thema:
»Tja, aber das erklär den »feinen Herrschaften« mal. Da redest Du gegen eine Wand.«

famose fama

hatte gestern das vergnügen, eine nette geschichte über den c. zu erfahren (c. ist ein bekannter, mit dem ich vor ungefähr acht jahren mal eine für alle beteiligten recht peinliche episode erlebte, in der unter anderem ein polizeiauto und meine mutter im schlafanzug tragende rollen spielten). c. lebt inzwischen in köln, verfügt sich aber alle heiligen zeiten mal auf einen heimaturlaub in die fränkische provinz.

so geschah es auch vor einigen tagen, diesmal gemeinsam mit dem neuen derzeit festen freund, der den c.schen eltern präsentiert werden sollten. diese erkundigten sich also, wie der c. ihn denn kennengelernt hätte. hm, meine reizenden polnischen eltern sind ja zuweilen recht konservativ eingestellt, dachte sich der c. dann wohl so, vielleicht reagieren sie etwas verstört, wenn ich ihnen erkläre, was gayromeo ist, warum ich da einen account habe und warum ich mich mit anderen leuten, die da auch einen account haben, an dubiosen orten treffe. also präsentiere ich ihnen lieber ein alternatives kennenlernszenario. und dann, so will es die legende, beantwortete der c. die frage seiner eltern wie folgt: »ach, das war wirklich sehr romantisch. ich stand da also an dieser straßenecke, schlank und biegsam wie ein eichensprössling, fidel wie ein junger hirsch, wild und potent wie ein stier, der gerade in einer engen gasse einen köstlichen touristen aufgespießt hat…« – »ja ja«, entgegnete des c.s mutter, »schon gut, lieber junge, jetzt komm doch bitte zum punkt.« – »na gut«, sagte der c., »ich stand also so rum. biegsam, fidel, was du willst, du kennst mich ja, liebste mama. und dann öffnete sich da oben an einem haus ein fenster, aus dem mir jemand zurief: heda! du bist ja absolut heiß! wieviel nimmst du?«

leider ist nicht überliefert, wie des c.s mutter auf die erklärung reagierte.