sun is the same in a relative way

es gibt leute, die nie lernen werden, was gut für sie ist. anscheinend gehöre auch ich dazu, denn ich habe mich gestern allen widerständen zum trotz durch ein in der innenstadt lokalisiertes bekleidungsgeschäft »bewegt«, um mich dort an der zunächst kürzesten, zwei minuten nach meinem eintreffen allerdings bereits längsten schlange für ein schwarzes hemd im warenwert von fünfzehn euro (materialwert geschätzt zwei euro; eigentlich habe ich davon aber keine ahnung, also bitte einfach irgendeine in diesem zusammenhang irrwitzig wirkende zahl ausdenken) anzustellen. ehrlich gesagt hatte ich bereits keinen nerv mehr, weiter in diesem moloch auszuharren, als die schlange noch nicht die allerlängste schlange geworden war, und lediglich bösartigkeit und nichtgönnenwollen haben mich davon abgehalten, meinen warteplatz aufzugeben. auf freudegeräusche von aufatmendem menschenfleisch hinter mir, das häppchenweise eins weiter vor rückt, hatte ich noch weniger lust. und letztlich war es doch ein ganz schönes erlebnis, denn schräg vor mir stand ein mädchen, das offensichtlich auch schwerstens über gefühle von lust und unlust am sinnieren war. ich weiß, dass das kackstmieses deutsch ist, aber ich gönne mir sowas zwischendurch gerne als stilmittel. dafür bin ich nicht gern gesehener stammkunde in den ohnehin spärlich verteilten pommesbuden dieser stadt. nachdem das also geklärt ist, weiter mit dem mädchen. das sagte nämlich folgendes: »irgendwie krass. wenn man keinen bock auf weihnachten hat, geht es voll schnell. und wenn man voll bock drauf hat, geht es echt langsam.« faszinierend! obwohl ich schon sehr viel gesehen habe, zum beispiel technikphilosophen, und auch personen, die einander beim radfahren herzen, umarmen und küssen, bin ich noch nie zuvor zeuge geworden, wie jemand die subjektivität der zeitlichen erfahrung entdeckt hat. aber ich will das öfter erleben. es war wunderschön.

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