jahresrückblick

juni.
verliere meinen arbeitsplatz, weil »der flow nicht mehr stimmt«. darf, ausgleichende gerechtigkeit, exorbitantes schnittchenbuffet niedermachen, frage im rahmen dieses gelages einen leibnizpreisträger, ob er townes van zandt auch so tierisch geil findet. erhalte negative antwort (»Sie halten mich jetzt für einen schlechten menschen, aber ich konnte da nie einen zugang finden«). scheitere außerdem am versuch, die rechenleistung meines gehirns zu bestimmen. kann also nur vermuten, ganz vorne mit dabei zu sein. schreibe zum trost eine fanfiction über novalis. feiere mit der ganzen familie mühlentag. beginne lektüre von peyrefittes alexander und stelle dabei fest, dass die geißelung der epheben nicht zu meinen lieblingsritualen gehört. plane große monographie über den unterschied zwischen glaukon und glaukom, auf welche die fachwelt bis heute warten muss. schreibe stattdessen zumindest im traum eine arbeit über kasusgrammatik, in der ich den unterschied zwischen »kämpfen mit dem messer« und »kämpfen mit dem feind« erläutere. unterschiedliche semantische rollen können im gleichen kasus realisiert werden. ärgerlicherweise kommt es nicht zur veröffentlichung, weil der drucker in der psychiatrischen einrichtung, in der ich lebe, nur gestreiftes endlospapier ausspuckt. schwänze trotz freikarte das größte gartenfest europas, weil ich lieber im schlafanzug in adrians drei quadratmeter großem wohnheimszimmer herumhänge und tagelang mit ihm fernsehe. seine bratkartoffeln sind bis heute ungeschlagen, ob er einen zugang zu townes finden konnte, bleibt ungeklärt.

3 Gedanken zu „jahresrückblick

  1. Ich möchte gern und dringend und möglichst zeitnah dein Gehirn heiraten.
    Meine Bratkartoffeln taugen nicht viel, aber ich könnte dir täglich Urkunden und Pokale und Herzen zum Selbstausdrucken schicken – wäre das ein alternatives Angebot?

  2. Das ist schon ziemlich verlockend, aber mein Drucker funktioniert ärgerlicherweise momentan nicht, so dass ich nach der Hochzeit dann täglich zum Copyshop gehen müsste, und das würde mich leider verrückt machen. Da hättest du mit mir beziehungsweise meinem Gehirn dann auch nicht mehr so viel Spaß.

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