das aktuelle »freizeitvergnügen«

freizeit gibt es nicht (siehe sechster august), geschenkt. aber es gibt diese mußeminütchen am kopierer, in denen ich durchschnaufe und versuche, mich tiefenintensiv zu entspannen, damit ich nicht ausflippe, weil das scheißding sich mal wieder für mich unvermittelt auf 142% gestellt hat. eigentlich wollte ich anlässlich dieser zermürbenden erfahrung was technikpessimistisches von august wilhelm schlegel zitieren, aber es fällt mir gerade nicht ein.
(und jetzt, wo ich den rest des eintrags schreibe, immer noch nicht.)
deswegen sei nur erwähnt, dass aw gerne »glacéhandschuh« getragen hat. das berichtet¹ jedenfalls heinrich heine und macht sich darüber lustig, obwohl er selbst angibt, bei dieser begegnung eine »rote mütze« und einen »weißen flauschrock« getragen zu haben. zwar ausdrücklich »keine handschuhe«, aber trotzdem klingt das ähnlich beknackt.
(heines verhältnis zu weißen flauschröcken bleibt mir übrigens ein rätsel. im dritten teil der reisebilder schreibt er nämlich über einen musiker, der sowas trägt. die passage ist stark korrigiert, und in einer der verworfenen fassungen heißt es, der musiker trüge besagten weißen flauschrock »vielleicht aus ironie oder armuth«. warum diese flauschröcke? warum armut? ist das eine anspielung auf das voß-gedicht? weiß beloved henri nicht, dass man auf weißen klamotten jeden dreck sieht?)
dem freizeitvergnügen aber spielen die nachtseiten der technik in die hände. der kopierer nämlich ist nicht nur zu mir gemein, sondern konfrontiert so gut wie alle, die ihn benutzen, mit seinem grundlegend widerborstigen naturell, weswegen seine peripherie üblicherweise von sorgsam geknüllten fehlkopien geziert wird. was für andere wie eine trendy kunstinstallation aussieht, ist für mich ein versprechen.

¹in heinrich heine: die romantische schule

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