knietief in tacos, ta- ta- ta- tacos

dass der aktuelle kinkykrimi, der gefangene der vandam street (the prisoner of vandam street), an anderen stellen nicht so positiv besprochen wurde, kann ich halbwegs nachvollziehen, denn die handlung ist verglichen mit des kinksters früheren werken (a case of lone star usw.) tatsächlich nicht so tragend, wie möbelpacker es bei umzügen von konzertpianisten sind, wenn vier klaviere in den großen flügelsaal im obergeschoss einer luxusvilla ohne aufzug geschleppt werden wollen. dafür aber findet man in diesen luxusvillen naturgemäß ausladende treppenaufgänge und stuckdecken, die einem wahrhaft das herz aufreißen; und auch am aktuellen kinky lässt sich mannigfaltig freude haben, wenn man ihn mit liebhaberauge betrachtet. zunächst weisen die kinkykrimis ja heftige anzeichen einer autobiographie auf, autor, erzähler und protagonist tragen den gleichen namen. bei einer tatsächlichen autobiographie könnte man nun annehmen, sie seien nicht nur dem namen nach, sondern auch »in echt« identisch, aber bei einem kinkykrimi glaubt man dem autor natürlich kein wort, vermutet trotz der namensgleichheit einen fiktionalen text, zweifelt also die verlässlichkeit des autors in diesem punkt an. das gilt auch für den gefangenen der vandam street, dem man wohl kaum ernsthaft abnehmen wird, autor-kinky hätte wirklich mal an malaria laboriert. durch diese krankeit, also genauer durch den fieberwahn, durch den der protagonisten-kinky sich seitenlang hindurchdeliriert, und dessentwegen viele kritiker recht angenervt waren (zugegeben, der katzenscheißewitz ist irgendwann abgenutzt), werden aber auch die anderen kinkys unzuverlässig. man weiß zunächst nicht (und das gilt sowohl für den leser als auch für die freunde des kinksters, die village irregulars), ob kinky sich das geschehen am fenster gegenüber nur einbildet oder ob da tatsächlich dinge vor sich gehen, die der untersuchung eines detektivs bedürfen. das spiel mit wahrheit und nicht-wahrheit wird also von der empirischen auf die fiktionale ebene übertragen, und das spezielle häubchen sahne extra ist dann, wenn ratso kinky beruhigt, er könne gar nicht sterben, denn sie befänden sich ja erst im vierten kapitel. nochmals zugegeben, es ist viel altherrenlarmoyanz dabei, und erneut zugegeben, es wirkt zwischendurch ein bisschen zu aufgesetzt (der tote autor in kapitel drei; viele literaturwissenschaftler mögen das aber), doch insgesamt sehe ich das so wie kinkys übersetzer: der gefangene der vandam street ist ein gutes buch. und wer das anzweifelt, besteht aus katzenscheiße.

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