kurzquetschprosa: unangenehme situation 3

die einzige aussicht auf verbesserung meiner lage ist ein weiterer gintonic. während mein bester freund das gespräch mit dem minderjährigen nietzscheaner weiterführt, schiebe ich mich durch die mehr oder minder rhythmisch zuckenden fleischmassen zur theke. im laufe dieses versuchs werde ich an zahlreichen stellen meines körpers mit fremdem schweiß benetzt, an denen ich noch nie zuvor berührt worden bin. jedenfalls nicht, als ich bekleidet war. die exotischen körperflüssigkeiten durchtränken mein t-shirt, und ich fühle mich
an den tag erinnert, an dem ich in martins küche einen artikel über eine spezialeinheit gelesen habe, die monatealte leichen aus privatwohnungen birgt. diese leichen, so der artikel, durchsuppen nach einer gewissen zeit nahezu die matratze. falls ich es innerhalb dieses infernos aus muskeln, knochen und fett jemals zur bar schaffe, werde ich meinen gin wohl doch ohne tonic bestellen. gespräche über den willen zur macht und das seiende erwarten mich, während ich nur an verwesung denken kann. hoffentlich bin ich nicht versehentlich ein nihilist geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.