radio gaga

bei douglas adams gibt es irgendwo eine stelle, wo eine frau beschrieben wird, deren frisur sie erscheinen lässt, als trüge sie das opernhaus von sydney auf dem kopf¹. ungefähr so, wie ich mir diese frisur vorstelle, muss heute ein musikgeschmack aussehen, um als schick zu gelten; und wenn man sich durch einen derartigen musikgeschmack auszeichnet, kann man als entschädigung seine haare tragen, wie man will. da mein eigener direction d‹arome leider aufs unerfreulichste gewöhnlich ist, muss sich da was tun, und zwar schleunigst. also höre ich seit ein paar minuten boystown live aus chicago, aber das hält man ja echt nicht aus. also wechsle ich auf pinke radio, aber das ist auch nicht viel besser, wenngleich nicht so schrecklich dance-lastig. und immerhin habe ich jetzt gelernt, dass man offensichtlich jedes beliebige lied auf die melodie von sweets for my sweet spielen kann. tamilisches radio macht auch nicht glücklich, sondern nach spätestens zwei minuten ziemlich aggressiv. radio noutizil übrigens auch, da werden verstörende klangcollagen aus mauritius gespielt. gut, geht das leiden also weiter. leider gefallen mir weder anime seed radio (vermutlich japanisch oder so), hardcore speedcore breakcore (maschinenstampfgeräusche) noch das ancient faith radio, auf dem man sich ununterbrochen von orthodoxen liturgischen gesängen beschallen lassen kann.
aber macht ja nichts, denn eigentlich wusste ich schon, wie das mit diesen radiostationen läuft: »Sie bergen ein Versprechen auf Individualität, welches, von vorneherein fragwürdig, nicht eingelöst wird beziehungsweise erst gar nicht eingelöst werden kann, denn auch die Unterschiede werden in das System integriert; Subkulturen sind kein Gegenentwurf zur Massenkultur, sondern werden nach demselben Prinzip beliefert wie der mainstream.«

¹ und wer mir die genaue stelle in die kommentare schreibt, kann irgendwas gewinnen. zum beispiel meine dankbarkeit dafür, dass ersie mir ein paar minuten lebenszeit gespart hat; ich bin zu träge, um das jetzt selbst nachzuschlagen.

2 Gedanken zu „radio gaga

  1. »Ford Prefect schlängelte sich in einem wilden, rasenden und nicht ganz jugendfreien Tanz mit einem weiblichen Wesen vorbei, das aussah, als trüge es das Opernhaus von Sydney auf dem Kopf. Er schrie ihr über das Getöse hinweg eine vollkommen nutzlose Konversation zu.«

    (D. Adams: »Das Leben das Universum und der ganze Rest«, aus dem Englischen von B. Schwarz)

    😉

  2. wie angekündigt hier meine tiefe dankbarkeit für das ersparen von zeit; zeit, welche ich selbstverständlich unserem gemeinsamen freund leo zugute kommen lassen werde.

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