die mörder sind unter uns

letzte nacht so kurz vor halb drei. mein bekannter und ich stehen in einer tankstelle, die nach zwanzig uhr alkohol nur noch an reisepublikum abgibt, das heißt: an personen, die mit dem auto vorfahren. nach einer anstrengenden lesung über eine familie, in der alle nasenbluten, super-8-kameras und freunde mit bindehautentzündung haben, gelüstet es uns nach eiscreme. und zwar soll es ein magnum sein. wir wählen unser eis aus, als wäre es die kleidung für unseren abschlussball, mein bekannter nämlich eins mit dunkler schokolade, ich ein weißes. wir scherzen darüber und gehen zur kasse. romantische geigenmusik setzt ein. das freundliche verkaufspersonal scannt elegant das magnum meines begleiters. oh, sagt mein bekannter, und eine schachtel chesterfield bitte. ich gucke irritiert, wir zahlen.
gleich danach dann draußen. seit wann er chesterfield rauche? ach, erklärt er, das sei ja eigentlich eine typische mördermarke. man denke nur an death proof. während ich herauszufinden versuche, ob wir jetzt wirklich, immerhin ist es mitten in der nacht, gemeinsam in meine wohnung gehen sollten, schaltet irgendjemand die romantische geigenmusik einfach ab.

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