von den plattmühlen

ich weiß jetzt, dass auch seriöse autoren sätze im fantasy-stil schreiben, also auf seite eins gleich mal ohne erklärung diverse figuren und orte mit adelstiteln und fremdländisch klingenden namen einführen. zum beispiel so: »an einem schönen frühlingsabend kam der junge spanische graf von cesara mit seinen begleitern schoppe und dian nach sesto, um den anderen morgen nach der borromäischen insel isola bella im lago maggiore überzufahren.« recht gelungen finde ich auch diesen satz: »diese zweifache glut hob den malerischen heros zur gestalt eines römischen musengottes empor.«
wer schoppe und dian sind, wird aber kurz darauf erklärt. schoppe ist »die rändelmaschine und der prägstock, der [den jungen grafen] münzt, der glättzahn und die plattmühle, die ihn bohnt, der mann, der ihn regelt«; dian ist »ein grieche von geburt und ein künstler«. außerdem erfahren, was whistonsche kometenkarten und wilkesche magnetische neigungskarten sind, außerdem, dass der bischof von novara einen degen führt.

5 Gedanken zu „von den plattmühlen

  1. Ich wage eine Unterstellung: WAS eine magnetische Neigungskarte ist, wird in dem ganzen Buch NICHT wirklich klar. Hier nun die Erklärung: eine solche Karte ist – vereinfacht gesprochen – eine grafische Darstellung des Verhältnisses, in dem man zu verschiedenen Personen steht. Die X-Achse trägt die Vertrautheit ab, die man einer Person gegenüber verspürt, und dieser somit zugeneigt ist (daher Neigungskarte), die Y-Achse dabei das Ausmaß, in dem einem diese Person von Zeit zu Zeit durch den Kopf geht (auch, aber nicht zwangsläufig im positiven Sinne). So läßt sich jeder Person eine Position in diesem zweidimensionalen Raum, Graph, zuordnen. Ergänzend wird jedem Punkt/jeder Person ein Zahlenwert (von –100 bis +100) zugewiesen, der die Stärke eines Gefühls des Hingezogenseins zu einer Person abbildet, und der mit den beiden anderen Werten erstaunlicherweise fast nicht korrelliert. Dieser bildet die dritte Dimension des Beschreibungsraumes, und steht für den Aspekt des ‚Magnetischen’. Es wäre interessant, hierbei auch den Verlauf der magnetischen Feldlinien auf das Modell zu übertragen – aber hiervor schrecken die betreffenden Theoretiker bislang wohlweißlich zurück.

  2. hmja, da steht nur »nur so viel begreif‹ ich, daß ich ein gutwilliger narr wäre, wenn ich mir im vorhofe des werks die last aufbürden ließe, von einem so sonderbaren manne mit einer um so viele grade deklinierenden magnetnadel schon aus so wenigen datis eine wilkesche magnetische neigungskarte zu zeichnen und zu stechen; – er, aber nicht ich bin ja der vater seines sohns, und er soll wissen, warum erst bärtig vorbeschieden.«
    und daraus wird tatsächlich ganz insgesamt recht wenig klar.

    und liebe bonfire, ich schau gerne wieder bei dir vorbei; schön, dass du wieder schreibst.

  3. Hab´ nochmal drüber nachgedacht: Zwei der genannten Größen haben wohl doch eine ganze Menge gemeinsame Varianz, und sind nie und nimmer orthogonal im Faktorenraum abbildbar, bloß mit Scheren, wodurch die ganze Sache witzlos wird. Das ist dann wohl auch der Grund, warum sich – auch hier – niemand so recht für diese Darlegung begeistern mag. Recht so. Zum Glück machst Du, gute Foxi, den Themenwechsel nicht gar zu schwer*

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