schonungslos offener bericht aus meinem leben

heute war alles insgesamt so unspektakulär und belanglos, dass ich zuerst einen perfekt mit schwanenballett und triangelmusik inszenierten selbstmord in betracht gezogen habe. dann aber, insbesondere, weil die zahl der ballettänzer und triangelspieler in meinem bekanntenkreis gutwillig als unterdurchschnittlich, von bösen zungen aber als nicht existent umschrieben werden könnte, habe ich mich lieber doch für eine heimliche affäre entschieden, mit der sich ganz entzückend mein flair aufpolieren ließe, wenn es denn da überhaupt etwas zum aufpolieren gäbe. glücklicherweise habe ich mir schon während des eher unmotivierten griffs zum desginertelefon eine so aufregende geschichte darüber ausgedacht, wie ich mal gallus bleyziffer beherbergt habe, der aus einem königlichen priesterseminar ausgebüxt war, wobei man sich den könig hier als zehnjährige mit hang zu rosafarbenen wollkleidern und gläsernen turnschuhen vorstellen sollte, dass ich den gedanken an ein nervenaufreibendes techtelmechtel sogleich wieder verworfen und stattdessen den beginn dieser nacht damit verbracht habe, mir von einer flüchtigen bekannten die geschichte davon erzählen zu lassen, wie sie letzte woche die rossellini getroffen hat. und jetzt zur allgemeinen unterhaltung noch ein satz, den ich mal im bus gehört habe und der eigentlich immer, egal in welcher situation, gut passt: »kindergräber haben mehr pep.«

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