wie ich lederers vasarely verschenkte

1999 verstarb in erlangen der künstler helmut lederer. durch einen zufall wurde mir die ehre zuteil, an einer führung durch sein haus teilzunehmen. dort gelangte eine sehr hübsche flasche champagner (1978er jahrgang) in meinen besitz (»nehmen Sie das ruhig mit, die wird sonst nur weggeworfen«). die glasflasche war mit einem taubenblauen plastikmäntelchen versehen, auf dem es ein bildchen zu bestaunen gab, das fast nach einem vasarely aussah. die verpackung gefiel mir so gut, dass ich den champagner wochenlang auf meinem schrank herumstehen ließ.
einige Zeit später wurde ich auf eine WG-einweihungsparty nach bochum eingeladen. rolf wünschte sich von mir als antrittsgeschenk eine waschmaschine, was ich mir aber nicht leisten konnte. stattdessen brachte ich ihm den taittinger mit.
viele wochen später stöberte ich gelangweilt im internet herum und fand dort eine seite, auf der der wert des champagners ungefähr mit dem gegenwert einer waschmaschine beziffert wurde. und natürlich war das bildchen wirklich von vasarely. hab sofort den rolf angerufen, um ihm zum abschied vom waschsalon zu gratulieren. blöd nur, dass er den champagner inzwischen zum katerfrühstück getrunken hatte.

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