linksaußen

dass die bayrischen universitäten zur weltspitze gehören, habe ich ja anhand der romantikklausur schon zu beweisen versucht. ein weiteres indiz ist die breite allgemeinbildung, die man dort vermittelt bekommt. letzte woche habe ich, wie berichtet, gelernt, dass es im tierreich keine brutalität gibt. und diese woche habe ich bermerkenswertes über fußball erfahren, das ich unmöglich vorenthalten kann. aber kommen wir nun zur vorgeschichte (wortbedeutung nicht im adornoschen sinne):
adorno schreibt im kulturindustriekapitel in der dialektik der aufklärung (auf den letzten paar seiten ist das) ein bisschen was über sprache. da verrät er unter anderem, dass er das in den usa übliche duzen nicht mag, weil dadurch der angesprochene seinen individuellen charakter verliert, den ihm der familienname durch seine vorgeschichte verleiht (vorgeschichte meines familiennamens: verständig, beredt, ehrlich), der vorname also mehr distanz zwischen den menschen schafft, das aber verschleiert. erscheint dem ein oder anderen vielleicht ein bisschen esoterisch (oder auch unemanzipiert, denn das mit der vorgeschichte gilt ja zumeist nur patrilinear), dabei muss man aber auch betrachten, dass theodor englisch ausgesprochen für deutsche ohren eher doof klingt. der entscheidende satz aber war folgender: »der linksaußen beim fußball, das schwarzhemd, der hitlerjunge und ihresgleichen sind nichts mehr als das, was sie heißen.« und da habe ich dann folgendes gelernt:
»der linksaußen kommt aus den fünfer-stürmern und hat die nummer 5 oder 7. 10 ist der spielmacher, 1 der torwart, nur nicht in portugal, da heißt er 99.«
jetzt weiß ich auch, warum die alle philosophie studieren. denn wenn man mal bei »wer wird millionär« mitspielt, sind solide kenntnisse über die bezifferung von fußballspielern und das tierreich sicher eine große hilfe.

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