Archiv der Kategorie 'allgemein'

im korbstuhl

Mittwoch, 10. März 2010, 12.27 Uhr

gestern hatte ich einen dieser seltenen momente, in denen ich mir einbilde, dass sie mir tatsächlich was beigebracht haben an dieser universität. der moment ereignete sich im music&books in der nürnberger innenstadt und war so schön, dass ich mich erstmal in einen korbstuhl setzen musste. ich hatte gerade ein band sealsfield, charles sealsfield, aus dem […]

the opera to relax¹

Dienstag, 16. Februar 2010, 1.31 Uhr

endlich wieder ein lebenszeichen von dem nachbarn, der nachts gerne laut opern hört. ich hab mir solche sorgen gemacht!
¹ eine musikgruppe.

in terro bang bang

Sonntag, 14. Februar 2010, 21.19 Uhr

mein lieblingssatzzeichen ist der strichpunkt, das zweitliebste der punkt. ausrufezeichen setze ich spärlich; wenn ich’s tue, ist es meistens ein ironiemarker, mit dem ich überspielte begeisterung zu verschriftlichen suche. zwei oder mehr ausrufezeichen hintereinander sind für mich das geschriebene äquivalent zum tirilierenden handtaschenschlenz, gehen also gar nicht. zumindest war das bisher so. in letzter zeit […]

wortkritik

Montag, 25. Januar 2010, 23.03 Uhr

schönes wort mit hässlichem denotat: hirschgeweihlenker.

how they scare me when they chime

Montag, 25. Januar 2010, 22.36 Uhr

ach ja, biomasse. eine meiner lieblingsdiskussionen auf indymedia drehte sich dereinst um die frage, welche räumliche position »sich als männer definierende biomänner« auf antisexistischen demonstrationen mit »stark feministischem ansatz« einzunehmen haben. ich lese sie ab und zu nach, um mir in erinnerung zu rufen, dass ohne sakrament auch das sakrileg reizlos ist.

ich-lastiges

Montag, 11. Januar 2010, 23.48 Uhr

insgeheim glaube ich nicht, dass es einen nennenswerten unterschied zwischen virtueller und realer identität gibt; beziehungsweise bin ich der ansicht, dass ich nur 1 identität habe, und meine virtuelle identität auch nix anderes ist als ich halt in echt, wie ich so kram ins internet tippe. daraus folgt, dass ich beispielsweise auch die biomasse eines […]

bücher scrobbeln

Sonntag, 3. Januar 2010, 19.13 Uhr

wie eine playlist print mit tags aussehen könnte:
jane smiley: moo. (campus, usa, lustig)
roger peyrefitte: heimliche freundschaften. (katholisch, gay)
stefan heym: der könig david bericht. (judaica, historisch, ddr)
t cooper: lipshitz. (judaica, postmodern, historisch, usa)

annie proulx: das grüne akkordeon. (usa, historisch)
leo perutz: nachts unter der steinernen brücke. (judaica, phantastisch, historisch)
harry kemelman: am dienstag sah der rabbi rot. (campus, […]

insiderbericht

Donnerstag, 31. Dezember 2009, 0.42 Uhr

nehmen wir für einen augenblick an, ich sei dankbares objekt der ehrenwerten fürsorge diverser einrichtungen der begabtenförderung, hätte ergo einblick in gewisse seilschaften. dort hätte man mir eingeschärft, möglichst als zweiter kandidat in eine prüfung zu gehen, denn beim ersten prüfling wird die notenskala noch nicht ausgeschöpft, man kriegt ergo keine eins, und mit jedem […]

jahresrückblick 2/12

Dienstag, 29. Dezember 2009, 20.27 Uhr

januar.
komme schnell darüber hinweg, die neujahrsansprache der bundeskanzlerin verpasst zu haben. stelle außerdem fest, dass die epoche der romantik an sich ein einziger coming-of-age-roman ist. und ich fahre mit einem bus nach erlangen, es ist die linie 30, was mich übellaunig stimmt, denn sie unterbricht die fahrt an jeder haltestelle, um weitere reisende aufzunehmen, deren […]

sun is the same in a relative way

Dienstag, 22. Dezember 2009, 13.43 Uhr

es gibt leute, die nie lernen werden, was gut für sie ist. anscheinend gehöre auch ich dazu, denn ich habe mich gestern allen widerständen zum trotz durch ein in der innenstadt lokalisiertes bekleidungsgeschäft »bewegt«, um mich dort an der zunächst kürzesten, zwei minuten nach meinem eintreffen allerdings bereits längsten schlange für ein schwarzes hemd im […]

jahresrückblick

Samstag, 19. Dezember 2009, 23.42 Uhr

juni.
verliere meinen arbeitsplatz, weil »der flow nicht mehr stimmt«. darf, ausgleichende gerechtigkeit, exorbitantes schnittchenbuffet niedermachen, frage im rahmen dieses gelages einen leibnizpreisträger, ob er townes van zandt auch so tierisch geil findet. erhalte negative antwort (»Sie halten mich jetzt für einen schlechten menschen, aber ich konnte da nie einen zugang finden«). scheitere außerdem am versuch, […]

das internet informiert

Montag, 30. November 2009, 21.28 Uhr

heute: gallertartiger flechtensalat, vereinigung der dreizehn kristallschädel, das herrenkorsett, vesterscher papiercomputer.

wörter für schnee

Samstag, 7. November 2009, 15.56 Uhr

winterzeit ist mandarinenzeit; die blütezeit all derer, die zwar keine lebensmittelneurotiker sind, sich aber gerne wie lebensmittelneurotiker gebärden und minutenlang das mesokarp vom endokarp fitzeln und sich genüsslich der albedoentfernung hingeben, pith die pulpa pirst.

wie man nicht wie karl may schreibt

Dienstag, 27. Oktober 2009, 2.03 Uhr

»Schnuckiherz! Ich bin hier, um dich vor der Einsamkeit zu retten!« sagte Winnetou, als er sich nachts so gegen kurz vor zwei auf meiner Couch materialisierte. Ich legte eine Platte von Kinky Friedman auf. Der überaus attraktive Häuptling der Apachen räkelte sich genüßlich auf dem Sofa und begann, mir aus einem zufällig gut sichtbar auf […]

buchtitelbaukasten

Freitag, 23. Oktober 2009, 19.55 Uhr

[der andere] [differenz] [erzählung] [existenz] [identität] [methode] [nichts] [schrift] [sein] [sexualität] [wahrheit] [zeit]

das aktuelle »freizeitvergnügen«

Montag, 19. Oktober 2009, 20.49 Uhr

freizeit gibt es nicht (siehe sechster august), geschenkt. aber es gibt diese mußeminütchen am kopierer, in denen ich durchschnaufe und versuche, mich tiefenintensiv zu entspannen, damit ich nicht ausflippe, weil das scheißding sich mal wieder für mich unvermittelt auf 142% gestellt hat. eigentlich wollte ich anlässlich dieser zermürbenden erfahrung was technikpessimistisches von august wilhelm schlegel […]

wie dunkel ist das dunkel

Donnerstag, 15. Oktober 2009, 0.54 Uhr

achtet auf kastanienstände in der stadt. kauft crème de marrons. dann david sylvian hören. how little we need to be happy. wer lesen mag, soll levinas lesen.¹ es ist kein erkennen, es ist keine extase, und danach ist man so angenehm beschämt. auch max frisch ist gut für den herbst, denn da ist so vieles […]

tageslosung #2709

Sonntag, 27. September 2009, 9.19 Uhr

»die geistlichkeit herrschte im dunkeln durch die verdunkelung des geistes.«
zum wahltag ein henri heine.

tageslosung

Mittwoch, 23. September 2009, 10.17 Uhr

»ich muss immer noch männlicher mit mir umgehen – mir was zutrauen – nicht kindisch zagen und weich tun und mich verziehen.«
deswegen energischer blick beim exzerpte kritzeln.

tales of the city

Sonntag, 13. September 2009, 0.01 Uhr

wenn sie lustig oder philosophisch oder beides werden, erzählen leute gerne mal komisches zeug. das ist zunächst gute unterhaltung, aber irgendwann ausgereizt, wenn es immer das gleiche komische zeug ist. ein dauerbrenner ist diese üffes-geschichte, die jeder von uns schon mal ganz in echt, ehrlich, also jetzt fei¹ wirklich, selbst erlebt hat. aber für schlechte […]