vorschlag für eine noch zu erstellende topsnflops-liste

für die rubrik top: es auf die reihe kriegen, sich unter einem pseudonym ins dozentenverzeichnis eintragen zu lassen. captchas als rohrschachtest benutzen, weil man ohnehin immer obszönitäten darin liest und sich dadurch teure therapiesitzungen sparen. bei der erwähnung teurer therapiesitzungen wissend nicken und einen gequälten gesichtsausdruck probieren .

wie ich einmal kein hermeneutiker war

und schon wieder ein nachtrag.
ursprünglich wollte ich erzählen, wie ich meine erste zeit mit twitter so fand, aber das ist ungefähr so spannend und lustig wie informationen darüber, wie andere leute ihren tee trinken, wann sie sich auf matheklausuren vorbereiten, welche züge gerade verspätung haben und wie sie lucian holland finden. obwohl… lucian holland ist tatsächlich spannend. denn erstens ist er lucian holland und zweitens kann er angeblich altgriechisch¹. aber lustig ist er, glaube ich, nicht.
lustig hingegen war ein grandioses missverständnis kürzlich auf einer kleinen feier, als die anwesenden einander von drogenerlebnissen aus ihrer jugend berichteten (selbstredend konnte ich kaum etwas beitragen); amüsante kleine geschichten, die allmählich in anekdoten über campingurlaube sich wandelten. besonders schön war die groteske, die ein mitarbeiter der witwe meines ex-therapeuten über seinen vater erzählte; der soll mal irgendwelche kunstwerke in die kanadische küste gehauen haben, was die kanadier, so will es die fama, ungnädiger aufnahmen, als man es erwarten würde. in dieser trauten partystimmung platzte dann der schöne c. mit einem flammenden outing heraus. »ich«, sagte der schöne c., »ich war ja mal auf texel.« wow, dachten wir uns da, das muss ein ziemlich heftiger stoff sein. denn von dieser droge hatte noch keiner gehört. klang irgendwie chemisch; sicher sowas wie crystal meth oder gar mehr von übel. krassomat, hätten wir gar nicht von ihm gedacht. aber dann befreite uns eine kleine horizontverschmelzung von unverständnis und sorge; texel ist nämlich nur so eine insel.

¹ eine anspielung auf ein gespräch zwischen hildegards freund und mir. er so: »warum magst du mich eigentlich?« und ich, errötend, so: »naja, du riechst gut. und du kannst altgriechisch.« das war natürlich geschwindelt. in wahrheit mag ich ihn, weil es so toll klingt, wenn er hermeneutik sagt (womit wir wieder beim thema wären). ich bin fest davon überzeugt, dass seine aussprache an seiner osteuropäischen herkunft liegt, hildegards freund aber behauptet, auf altgriechisch spräche man das wirklich hermene-utik (womit wir jetzt doch wieder bei der fußnote sind). hihi, schon wieder geschwindelt. ganz in echt mag ich ihn, weil er umwerfender ist als ein elefant, der in einem supermarkt an einer dosenpyramide aus campbell-suppen vorbeigeht, die unterbezahlte angestellte stundenlang aufgeschichtet haben.

alles vergängliche ist nur ein gleichnis

die vorliegende geschichte habe ich einige weile unterschlagen, denn sie enthält obszönes. damit das nicht allzusehr auf mich zurückfällt, widme ich sie dem formidablen thorn, auch þ genannt, denn wäre er nicht nach konstanz gezogen, hätte sie sich nur wenige minuten von seiner wohnung entfernt abgespielt. außerdem, glaube ich, mag er obszönes. das unbeschreibliche soll also getan werden.

nunja. ich war also mal wieder in diesem gebrauchtbuchladen, »dessen charme hauptsächlich durch höllenturmartige regale ausgelöst wird, die scheinbar wahllos mit schmökern aller art bestückt wurden«, wie ich es bereits an anderer stelle beschrieben habe. während ich also so durch den papiermoloch schleiche, schwirrt interessante wahrnehmung durch meinen angulus oculi. auf ungefähr acht uhr steht ein lovecraft, aber irgendwas stimmt da nicht. er ist nicht von diesem magentafarbenen einband der suhrkampschen phantastikreihe umschmulchert, also kann es eigentlich gar kein lovecraft sein. ein zweiter blick bestätigt diese vermutung, und ich muss nun sehr mit mir ringen, nicht ein schockiertes what?! the?! fuck?! aus meiner stimmritze herauszuschleudern. denn was da steht, ist verstörend. hier wird es ereignis. das wort auf dem einband ist wahrhaft anstößig und soll der wahrung guter sitten wegen lediglich umschrieben werden. nehmen wir daher an, da stünde ungefähr »das ewig-weibliche zieht uns hinan«, der leser möge das bitte selbst entschlüsseln.¹ da ich mein bedürfnis nach lautlicher eruption kaum mehr kontrollieren kann, wage ich einen zweiten realitätscheck und betrachte das zotige element erneut. dass da in wirklichkeit »wozencraft« steht, ist nicht so schön, als dass ich weiterhin vor dem regal verweilen wollte, aber doch immerhin so halbwegs beruhigend. zur tiefenentspannenden beruhigung musste ich dann aber erstmal den halben laden aufkaufen.

¹ wer es nicht errät, darf einen fragenden kommentar hinterlassen. ich gebe noch den hinweis, dass es eine sache ist, die bei goethe biographisch einige relevanz hat. und der ausdruck ist unter gender-gesichtspunkten problematisch und höchstens bei lady bitch ray erlaubt.

aus dem leben gegriffen

ich war letztens auf einer party, wo ich nicht nur mit hildegards freund und franks freund auf dem sofa gekuschelt, sonder mich auch mit a. unterhalten habe, der bäume ethisch findet; zumindest hat er das mal mit ordentlich herzblut verlauten lassen; und während ich so mit ihm geredet habe, kam ein anderer typ an, der irgendwas diskutieren wollte, und dann habe ich, man merkt sicher, dass ich da bereits geringfügig angetüdelt war, gesagt »naja, als mitteleuropäer bin ich ja irgendwo durch meine sozialisation auch kantianer blabla«, und dann hat a. gesagt »geil, wie du deine sätze immer anfängst«, und dann dachte ich, ich fänds noch geiler, wenn leute mal gut fänden, wie ich die sätze dann beende.

geschlechter (zum ankreuzen)

[ ] seinen schweinebraten brauchen, [ ] nicht rückwärts einparken können, [ ] von der venus kommen, [ ] einen colt tragen, [ ] sich mal so richtig schön einen mit einem piccolöchen anzwitschern, [ ] nur kurze telefonate führen, [ ] penisneid haben, [ ] räumlich sehen können, [ ] den schnuckeligen fridolin wichtiger als die volkswirtschaft finden und ihn deshalb nicht abwracken, [ ] ein klavier tragen können, [ ] überall behaart sein, [ ] in fremden städten nicht nach dem weg fragen, [ ] schrammen am auto mit nagellack übermalen, [ ] nein sagen und ja meinen, [ ] e-techniker sein, [ ] sich gerne mal ein handtäschchen gönnen, [ ] nein sagen und aufs maul meinen, [ ] weinen und dann schokolade essen, [ ] in der dusche herumkriechende spinnen ankreischen, [ ] den computer reparieren und trotzdem keinen sex kriegen, [ ] fußballweltmeister werden, [ ] eine hysterische zicke sein, [ ] beruflich irgendwas mit medien machen, [ ] überall behaart sein und sich deswegen fast überall rasieren, [ ] ein indianer sein und deshalb keinen schmerz kennen, [ ] über den fußballweltmeisterwitz lachen, [ ] mehr als zwei paar schuhe besitzen, [ ] mehr als zehn paar schuhe besitzen, [ ] ehrlich gesagt doch kein klavier tragen können und deswegen beim nächsten umzug lieber mit pilzvergiftung im bett liegen, [ ] mit bandnamen in hässlichen schriftarten verzierte tshirts tragen, [ ] zu plastic betrand tanzen und dabei wie ein idiot aussehen, [ ] auf einem von umweltschützern organisierten waldfest robin-hood-hüte nähen, [ ] pumpen und pushen für sportarten halten, [ ] seine geniehafte attitüde durch den chaotischen zustand der wohnung ausdrücken, [ ] lovis corinth nicht kennen und vorsichtshalber für eine blöde schwuchtel halten, [ ] wissen, wer der aktuelle herzog von edinburgh ist, [ ] sich ungeschminkt fühlen, als trüge man eine horrormaske, [ ] grundsätzlich nie was träumen, [ ] zehn maß bier trinken und danach zusammenbrechen, [ ] den zusammenbruch für den höhepunkt des abends halten, [ ] warme und zugleich schmackhafte mahlzeiten zubereiten können, [ ] sich vor kastrationsangst nicht in die nähe der küchenmesser trauen und deshalb keine mahlzeiten zubereiten können, [ ] titanic nur wegen der nacktszene gesehen haben, [ ] eine pyjamakuschelparty besuchen.