die storyline des highlanders #2

kapitel zwei anfang. während grace ihre sachen packt, kommt es zu einem streit mit ihrem freund und firmenboss jonathan, über den wir uns nach wenigen seiten zusammenreimen können, dass er ein unsensibles arschloch ist. denn über ihre abreise ist er »verärgert. ernsthaft verärgert.« (seite 33). als er ihren arm packt, betrachtet sie zunächst seine rolex, stellt aber dann doch fest, dass er ihr schmerzen zufügt. kein wunder, dass grace das bemerkt, schließlich ist sie eine hervorragende wissenschaftlerin. trotzdem ist jonathan der mann, von dem sich grace eine seite zuvor sicher war, ihn heiraten zu wollen. aber auch die großartigste wissenschaftlerin hat zuweilen mal geistige aussetzer. und glücklicherweise gibt es ja schon handfeste indizien dafür, dass es zu dieser ehe nicht kommen wird; man erinnere sich an die weissagung des druidenpriesters. so setzt sich grace also gegen ihren miesen typen durch und besteigt, die asche ihrer schwester in einer keksdose mit sich führend, das flugzeug nach maine, in dem sie einen sehr wichtigen menschen kennenlernen wird.
fortsetzung folgt…

bürgerliche existenz #2

beitrag über »mozartperformance« u.ä. auf arte, dem sender für kultivierte. menschen in müllsäcken (gefertigt aus schwarzplastik, vermutlich ausführung extra stark) gehen umher, nackte personen würgen und versuchen sich an kotzgesten, bei denen keine sekrete fließen (der zwiebeltrick funktioniert da ja leider nicht), zahlreiche individuen besudeln sich und einander mit fleischwaren. fühle mich ungeheuer provoziert. was das den steuerzahler wieder kostet.

(blödsinn. in wahrheit denke ich mir: jedem tierchen sein pläsierchen, jedem kirchenschiff sein kunstbegriff. denn das bürgertum ist ganz tolerant.)

kurzquetschprosa: unangenehme situation 3

die einzige aussicht auf verbesserung meiner lage ist ein weiterer gintonic. während mein bester freund das gespräch mit dem minderjährigen nietzscheaner weiterführt, schiebe ich mich durch die mehr oder minder rhythmisch zuckenden fleischmassen zur theke. im laufe dieses versuchs werde ich an zahlreichen stellen meines körpers mit fremdem schweiß benetzt, an denen ich noch nie zuvor berührt worden bin. jedenfalls nicht, als ich bekleidet war. die exotischen körperflüssigkeiten durchtränken mein t-shirt, und ich fühle mich
an den tag erinnert, an dem ich in martins küche einen artikel über eine spezialeinheit gelesen habe, die monatealte leichen aus privatwohnungen birgt. diese leichen, so der artikel, durchsuppen nach einer gewissen zeit nahezu die matratze. falls ich es innerhalb dieses infernos aus muskeln, knochen und fett jemals zur bar schaffe, werde ich meinen gin wohl doch ohne tonic bestellen. gespräche über den willen zur macht und das seiende erwarten mich, während ich nur an verwesung denken kann. hoffentlich bin ich nicht versehentlich ein nihilist geworden.

and even he’s kissed more boys than I ever will

das hat er, soviel steht fest. man kann ihn aber auch für tausend andere dinge bewundern. hat nie ein highlanderbuch geschrieben, dafür das drehbuch zu »paris, brûle-t-il?«. deswegen an dieser stelle auch nicht die heiß ersehnte fortsetzung meiner lektüreerfahrung, sondern ein verweis auf ein interview mit dem großartigen gore vidal. man klicke hier.

won’t you lend your lungs to me? or at least your bronchi?

der jüngling hat bekanntlich achtzehnhundertwas¹ verröchelt, und auch ich bin derzeit aber sowas von indisponiert. liege in den letzten zügen auf der couch darnieder und werde dabei nur von gelegentlichem hustengeschüttelten aufbäumen meines geschwächten rumpfes unterbrochen; eine überaus strapaziöse anstrengung, welche ich trotz oder gerade wegen aller unpässlichkeit dazu nutze, zähgelben schleim en masse auszuwerfen, wobei ich geräusche von mir gebe, als wäre ich damit beschäftigt, ein besonders prächtiges gewölle heraufwürgen (später werde ich für mein philosophisches hauptwerk »how is it like to be an owl?« berühmt werden. das kann ich als erzähler zum jetzigen zeitpunkt zwar unmöglich wissen, aber ich wollte diesen witz unbedingt im eintrag haben). an einer baldigen genesung interessiert schmeiße ich mir am laufenden band abhustfördernde kapseln und isländisches moos in pastillenform mit einer rasenden inbrunst ein, die man eigentlich nur von denjenigen personen kennt, die eher andere kapseln und pastillenförmige dinge in sich einwerfen. ich bin zu einer heilmittelslotmachine geworden. meine postmodernen freunde werden sich freuen.

¹ 1815, glaube ich.