die braut haut ins auge

unterlag als kind einmal einem verstörenden missverständnis. und zwar spielte ich beim essen auf eine recht wilde art mit dem besteck herum, worauf mich ein der tischgesellschaft zugehöriger herr darauf hinwies, diese sache könne ins auge gehen. dachte eine weile darüber nach, ich hätte mir tatsächlich mit der gabel ins auge gestochen und es würde jetzt auslaufen. fand das ordentlich erschreckend und fragte zögerlich, wie man sich denn im falle eines falles zu verhalten habe. das beste sei es, erklärte mir mein tischherr, man nähme eine kartoffel oder ein stück brot und tunke es ein, die flüssigkeit aufzusaugen. war einen kurzen moment äußert schockiert und angeekelt, bis ich bemerkte, dass die tischgesellschaft sich gar nicht mehr über mein ungebührliches verhalten am mittagstische, sondern über die nahezu unermessliche menge an wohl übrigbleibender soße unterhielt.

schon wieder fügt es sich zum guten (mit wettbewerb!)

ich habe mich von den heftchenromanen emanzipiert, da im letzten für meinen geschmack zu viel geheiratet wurde, und lese jetzt wieder roland barthes. das erwähne ich eigentlich nur, weil ich dachte, es könnte allgemein interessieren, ich werde aber jetzt einer spontanen idee folgen und mir slogans in der art von »barthes statt behrendt!« und »brot statt böller!« erdenken.

sloganhöhepunkt nach acht minuten: john sinclair ist ne graue maus, upton sinclair rockt das haus!

ich lobe hiermit einen sloganwettbewerb in den kommentaren aus, zu gewinnen gibt es einen entzückenden fernreisestecker für die länder afrika, sri lanka, hongkong etcetera, welchen ich nicht benötige und für dessen funktionstüchtigkeit und durch benutzung entstehende eventuelle (folge-)schäden ich selbstredend keine gewähr leiste. ich garantiere ebenfalls nicht dafür, dass tatsächlich der beste kommentar gewinnen wird, das sollte aber niemanden abschrecken. jeder hat eine chance. ehrlich, haha.

und alles fügte sich zum guten

heute hatte in der eile vergessen, meinen heftchenroman zur arbeit mitzunehmen und musste daher den ganzen tag darben bzw. zeitung lesen und sorgenvoll an die zukunft derer auf schloss frodewart und ihrer zahlreichen nachbarn denken.
jetzt endlich bin ich zuhause und schon sehr darauf gespannt, wie graf eginhard sich aus dem schlamassel mit dem schuldschein herauslavieren wird, in das ihn sein nichtsnutziger bruder waldemar hineinbugsiert hat. ob sein sohn eggo ilsabe, die tochter der gontards, heiraten wird? kann der fesche bursche sich dem feuer der koketten diplomatentochter imogen entziehen? und was geschieht mit imogens pensionatsfreundin, dem firlefanz gilda vom nachbarsgut? wird das schicksal auch hanno, dem sohn des landschaftsrats, und dettmer, dem sohn der lennerts auf trossen, eine frau zugeleiten? und findet vielleicht sogar die baronin von husing ein spätes glück?
ich werde wohl gleich mal vorsorglich den telefonstecker ziehen und mich in die lektüre stürzen.