wie meine karriere als verleger torpediert wurde

überredete henry miller, seinen roman plexus mit einem anderen titel zu versehen, nämlich »solarplexus«, um dann im jahrestakt weitere arztromane auf den markt zu kotzen, für die ich die titel »die schmerzkammer in der herzkammer«, »schmerzkammerflimmern (remix)« und »morbus dornencrohn« im vertrag festschreiben wollte. stieß wider erwarten auf zustimmung, erwachte aber leider, ehe henry seine unterschrift leistete.

schonungslos offener bericht aus meinem leben

heute war alles insgesamt so unspektakulär und belanglos, dass ich zuerst einen perfekt mit schwanenballett und triangelmusik inszenierten selbstmord in betracht gezogen habe. dann aber, insbesondere, weil die zahl der ballettänzer und triangelspieler in meinem bekanntenkreis gutwillig als unterdurchschnittlich, von bösen zungen aber als nicht existent umschrieben werden könnte, habe ich mich lieber doch für eine heimliche affäre entschieden, mit der sich ganz entzückend mein flair aufpolieren ließe, wenn es denn da überhaupt etwas zum aufpolieren gäbe. glücklicherweise habe ich mir schon während des eher unmotivierten griffs zum desginertelefon eine so aufregende geschichte darüber ausgedacht, wie ich mal gallus bleyziffer beherbergt habe, der aus einem königlichen priesterseminar ausgebüxt war, wobei man sich den könig hier als zehnjährige mit hang zu rosafarbenen wollkleidern und gläsernen turnschuhen vorstellen sollte, dass ich den gedanken an ein nervenaufreibendes techtelmechtel sogleich wieder verworfen und stattdessen den beginn dieser nacht damit verbracht habe, mir von einer flüchtigen bekannten die geschichte davon erzählen zu lassen, wie sie letzte woche die rossellini getroffen hat. und jetzt zur allgemeinen unterhaltung noch ein satz, den ich mal im bus gehört habe und der eigentlich immer, egal in welcher situation, gut passt: »kindergräber haben mehr pep.«

sender vs. empfänger

yeah, ich habe bravourös ein quiz zum thema sms-sprache gemeistert. und dabei gelernt, dass hase nicht hase, sondern habe sehnsucht bedeutet, so dass ich jetzt meine kurzkommunikation in völlig anderem licht betrachten muss. deswegen überprüfe ich gerade die gespeicherten nachrichten in meinem händi auf subtile botschaften.
war »kannst du mir bitte am samstag deine unterlagen von der letzten sitzung ling gk 2 zum kopieren mitbringen« etwa eine versteckte liebeserklärung? und bedeutet »schatz« vielleicht gar nicht schatz? versteckt sich darin eine hasstirade (scheiße) auf die münchner stammkneipe (atzinger) des schreibers? und wollte ein anderer bekannter mir mit »immer noch liebhaber von ordentlichen weinen« gar nicht mitteilen, dass er gerne mal wieder einen trinken gehen würde?

vom guten ton und der geographie

während des vormittagschlafs habe ich heute folgende einsicht gewonnen:
»freunde, die alle sehen dürfen und die man bei stuhlmangel auch mal sich auf den schoß setzt, dürft ihr gerne behalten. wer sein herzblatt allerdings nur mitbringt, um sich bei nächster gelegenheit ungefragt aufs bett des gastgebers zu schmeißen oder wild herumfummelnd jedem gespräch sich entzieht, für den gilt: freund unerwünscht!«

dann wurde ich aufgrund meiner im weltenplan noch nie dagewesenen erkenntnis von einem redakteur für ein irre trendy stadt- bzw. citymagazin besucht, der mir dann so fragen stellte wie zum beispiel: »eier haben nicht zu viel schale. ja oder nein?«, »nenne sieben länder am polarus, die gerne mal die interessen der türkei vertreten.«
meine antworten »nein, zu viel schale haben die eigentlich nicht. also, sie haben schon schale, das ist richtig, aber ich würde nicht unbedingt sagen, dass es zu viel ist« und »naja, ich weiß jetzt zwar nicht so genau, wo der polarus liegt, aber ich sag mal, das sind albanien, georgien, turkmenistan, tadschikistan und, hm, da gibt es doch noch so eins mit -tan? kasachstan ist es nicht, da wohnen nur katholiken, ach egal, schreib das trotzdem mal auf« die waren natürlich vollkommen falsch. einen tollen preis gewonnen habe ich trotzdem, nämlich eine eigens für mich aufgrund meiner antworten zusammengestellte virtuelle band. der redakteur war auch sehr geduldig und zeigte mir auf nachfrage gerne, wie die band ausgesehen hätte, wenn ich die frage, ob ich tiefkühlbohnen möge, mit ja beantwortet hätte. (für interessierte leser: die leute im hintergrund hätten dann kürzere unterröcke getragen.)

ein paar minuten nach dem aufstehen schon fiel mir das land mit -tan ein, kirgistan. obwohl das, zugegeben, nicht am polarus liegt.