and donated to the national trust

ich las heute nacht an der universität zu göttingen über vertrauen. ungefährer inhalt meines vortrags:

»jemanden vertrauen« meint, diese person dem bruder oder der schwester zum manne zu geben. eine vertrauenswürdige person also eine, die in der eigenen familie gern gesehen. daraus abgeleitet und bis heute erhalten: »jemandem vertrauen« (obacht, kasuswandel im späten 19. jahrhundert).

vortrag wurde gut angenommen.

glove is all you need

ich habe heute nacht im tiefen gewölbe des klosters, unter dem kreuzgang, eine handschuhmanufaktur entdeckt. als ich dort eindrang (der weg führte mich durch den großen saal, dort stieg ich eine schmale verstaubte wendeltreppe hinunter und passierte noch ein kreuzblumengitter), ließ sich gerade eine elegante frau dunkelgrüne glacéhandschuhe anpassen. sie gefielen mir sehr, die handschuhmeisterin hatte ganz vorzüglich gearbeitet. leider hatte ich keine zeit mehr, mir selbst ein paar anmessen zu lassen, da ich im ungünstigsten moment erwachte.

ich will noch einmal sehen wohl in den tiefen rhein

heute nacht ritt ich den rhein hinauf nach rotterdam. bei cöln machte ich station, dort schlug man mir vor, im damensattel zu reiten, was ich aber ablehnte. in rotterdam traf ich gleich abends einen jüdischen schneider, der einen feinen silberfaden sponn; der sollte mir ein kaddisch auf meine ärmelaufschläge sticken. der schneider kannte mich nicht, so überbrachte ich ihm eine empfehlung meines waffenbruders katz; daraufhin zeigte er sich vertraulich und bestickte er mir bis zum morgengrauen den mantel. trotz des trüben kerzenlichtes wurde es eine ausgezeichnete arbeit, und als ich den schneider bei sonnenaufgang verließ, steckte er mir noch eine botschaft an katz zu. abends in nürnberg führte mich der erste weg zu meinem treuen waffenbruder, doch ich war zu spät, katz war des nachts verstorben. so hatte auch das kaddisch auf meinen ärmeln einen sinn bekommen.