straßenbahntheater

starring: asikind 1, asikind 2, asikind 3

asikind 1: ihr scheiß deutschen, ihr habt zwei kriege verloren!
asikind 2: ey aber wir hatten polen und frankreich!
asikind 1: aber die amerikaner haben euch plattgemacht.
asikind 2: aber wir hatten frankreich.
asikind 1: im dritten weltkrieg habt ihr voll verloren.
asikind 2: dritter weltkrieg? wir reden über den zweiten weltkrieg! wir reden über hitler, mann!
asikind 1: mein land hat noch keinen krieg verloren. wir haben gegen serbien gewonnen und kroatien hat aufgehört.
asikind 2: aber wir haben zehntausend leute an einem tag erschossen!
asikind 1: egal, wir haben ein ganzes land kaputtgemacht!
asikind 2: überlegt
asikind 1: letztens war in der straßenbahn auch so ein deutscher wie du. da hab ich so gemacht. nimmt den kopf von asikind 3 und knallt ihn gegen die scheibe nur ein bisschen stärker, die scheibe war fast kaputt.
asikind 2: egal, ihr seid keine gymnasiasten.

über die ’strophen

es gibt zwei gründe, aus denen ich herrn dativdemgenetivseintod nicht ausstehen kann. erstens halte ich ihn für einen unerträglichen klugscheißer und zweitens halte ich sprache anders als er für dynamisch und nicht statisch. dass das nicht unbedingt schlecht sein muss, lässt sich leicht zeigen. oder hätte jemand lust, das wort »nehmen« folgendermaßen zu konjugieren?

singular:
1. nim-u
2. nim-i-s(t)
3. nim-i-t
plural:
1. nem-ê-m, -ê-n
2. nem-e-t
3. nem-a-nt

ich jedenfalls nicht.

aber ganz ausnahmsweise bin ich jetzt doch ein bisschen sprachbewahrend und führe vor, was für eine lustige apostrophierung ich heute morgen gelesen habe:
»gebr´ratene Nudeln«