»sprachkritik«

übellaunig werde ich immer dann, wenn ich in wissenschaftlichen aufsätzen einen mitreißenden punkt entdecke, der aber nur halbschräg angekratzt wird, weil weitere ausführungen »den rahmen sprengen würden.« erstens, weil’s halt einfach unbefriedigend ist, und zweitens, weil ich schon alleine die formulierung missbillige. ehrlicher wäre es doch, würde man stattdessen schreiben, weitere ausführungen spare man sich an dieser stelle aus lustlosigkeit am digressieren oder, noch ehrlicher, weil man sonst wegen nicht eingehaltener zeichenbegrenzung gerügt würde. blöder als »den rahmen sprengen« klänge das auch nicht.

2 Gedanken zu “»sprachkritik«

  1. Wissenschaft ist doch nicht das Leben, und das Leben kennt nur seinen eigenen Rahmen. Insofern ist es angebracht, den Rahmen bewusst zu setzen, und nicht auf Lust oder Rüge zu verweisen.

  2. hier geht es aber nicht um das leben, sondern um aufsätze. bzw. letztendlich dann doch wieder um das leben, weil ich meins zu einem gewissen teil damit verbringe, diese aufsätze zu lesen. das bereitet mir viel freude, und selbstverständlich muss man den rahmen in aufsätzen bewusst setzen, aber man braucht doch dazu nicht diese schreckliche floskel bemühen. wenn ich die andauernd lesen muss, schrumpft meine freude auf rosinengröße. das lässt sich auch eleganter lösen.

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